Geschichtliches

Turmspitze mit Hahn

Die Nunkirche im Hunsrück verdankt ihre Entstehung dem Mainzer Erzbischof Willigis. Willigis, der um das Jahr 940 in Schöningen geboren wurde, gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Erzbistums. Nachdem er 969 zum Kanzler unter Kaiser Otto I. ernannt wurde, folgte sechs Jahre später die Übertragung der Erzbischofswürde für das Erzbistum Mainz. Willigis verfolgte in den kommenden Jahrzehnten konsequent das Ziel, die später als Hunsrück bekannte Region gegen die Machtbestrebungen der Kurfürsten von Trier zu bewahren. Dazu gehörte auch die Erschließung der Höhenlagen des Hunsrücks im Rahmen eines langfristigen Besiedlungsplanes, zu dem gerade auch der Kirchenbau gehörte.

Von der Kirche aus hat man einen guten Ausblick auf das Kloster Ravengiersburg mit dem Hunsrückdom, als dessen Mutterkirche sie gilt. Von den Grafen Berthold und Hedwig von Ravengiersburg als Augustiner-Chorherrenstift als Kloster gestiftet, findet sich in der Gründungsurkunde des Klosters aus dem Jahre 1074 nicht nur erstmalig die Bezeichnung 'hundesrucha', aus der der spätere Name Hunsrück für eine ganze Region hervorging, sondern auch die Nunkirche, die zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon über siebzig Jahre bestand. Das Kloster führte im Mittelalter bei der Kirche auch seine Hundertschaftsgerichte durch.