Architektur

Die Nunkirche, deren Name vom Begriff Nuwe Kirche (neue Kirche) abgeleitet wird, ist im romanischen Stil ihrer Zeit erbaut. Auch wenn seitdem zahlreiche Veränderungen vorgenommen wurden, lässt sich der ursprüngliche Entwurf noch gut nachvollziehen und wurde inzwischen durch Ausgrabungen weiter belegt. Danach wurde die Nunkirche zuerst mit einem dreigeschossigen, fast quadratischen Turm erbaut, in dem sich die typischen kleinen Fenster romanischen Stils befanden. Das obere Geschoss des Turms wurde später abgetragen und eine Kirchturmspitze mit einem Knickhelm aufgesetzt. Unter einem Gradgewölbe befand sich in der Turmhalle der Chor, von dem aus durch einen Rundbogen das an der Westseite angebaute, einschiffige Langhaus betreten wurde. Wie Ausgrabungen ergaben, war es 16 m lang und 6,40 m breit.

Bereits im 13. Jahrhundert sind nachweislich erste Veränderungen vorgenommen worden. Die Fenster im Turm wurden vergrößert und später auch die Nordmauer des Langhauses um 4 m verlängert. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden größere Sanierungsarbeiten notwendig und der barocke Einfluss veränderte dadurch erneut die Erscheinung der Nunkirche. Das Kirchenschiff befand sich in einem schlechten Zustand und musste vollständig erneuert werden. Auch die um die Kirche und den Kirchhof verlaufende Kirchenmauer war baufällig und wurde erneuert. Neben einer weiteren Verlängerung des Kirchenschiffs nach Westen kamen bei diesen Arbeiten die noch heute existierende Empore und die Vorhalle dazu.

Die Besetzung durch die Franzosen 1794 bis 1795 ging mit schweren Beschädigungen der Nunkirche einher. Die Bestuhlung wurde von den Besetzern verbrannt, die Fenster zerstört. Für die Restaurierung und den Neuaufbau des Kirchenschiffs musste sich die ohnehin vom Krieg gebeutelte Gemeinde hoch verschulden und es dauerte bis zum Ende des folgenden Jahrhunderts, bis wieder größere Renovierungen vorgenommen wurden. Zu diesen Arbeiten gehörte neben den eher pragmatischen Arbeiten wie dem Einbau einer Heizung und einem Notausgang auf der Westseite auch die Instandsetzung des Chorgewölbes im Turm. Im Kirchenschiff wurde die alte, verrottete Holzdecke durch eine Gipsdecke ersetzt und die Empore nicht nur vergrößert, sondern auch mit vier weiteren Gusseisensäulen zusätzlich abgestützt. Auch vier Fenster im Westgiebel kamen dazu, die für besseres Licht auf der Empore sorgten.

Zu den größeren Arbeiten im letzten Jahrhundert gehört sicherlich der Anbau eines Heizungsraums. Dazu kommen die laufenden Sanierungsarbeiten, wie sie jedes tausend Jahre alte Gebäude immer wieder im Laufe seiner Geschichte benötigt und als denkmalgeschütztes Wahrzeichen auch erwarten kann.